Montag, 14. Mai 2007

Die religiösen Grundlagen der Old Order Amish

Zu den zentralen religiösen Grundlagen gehören neben der Bibel das Dordrechter Glau­bens­beken­ntnis von 1632 und die amische "Ordnung". Während das Dordrechter Glaubensbeknntnis in 18 Arti­kel u. a. die noch heute wirksamen Prinzipien wie die Wehr­losig­keit, die Er­wach­senentaufe, die Abendmahlsfuß­waschung, die Ex­kommuni­ka­tion und die Absonderung von der "Welt" thematisiert, formuliert die "Ordnung" die Richtlinien für ein ami­sches Leben in der modernen Welt. Die Ordnung definiert was als "weltlich" und damit als "nicht-amisch" zu gelten hat. Sie bestimmt sowohl die religiösen als auch sozialen Strukturen, die Kleidung, das Verhalten der Kinder und die Rolle der Frau. Sie ist zuständig für den Umgang mit Außen­stehenden, für die Berufswahl, sie regelt wirtschaftliche Aspekte wie z.B die Betriebsgrößen und das allgemeine wirtschaftliche Ver­halten der Amischen. Obwohl die "Ordnung" nicht schriftlich festgehalten ist, bildet sie die grundlegenden Prinzipien amischen Lebens.

Religiöses Selbstverständnis

Das Selbstverständnis der Amischen beruht vor allem auf der Absonderung und Herausgehobenheit gegenüber der umgebenen Gesellschaft.
Dies wird in den Dordrechter Bekenntnissen deutlich betont und hat seinen Ursprung im ersten Brief Paulus (Römer), Kapitel 12, Vers 2: „Und stellt euch nicht mit dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene“ und im zweiten Brief Paulus (2. Korinther) Kapitel 6, Vers 14: „Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinsamkeiten mit der Finsternis.“
Die Amischen glauben nicht an die Erlösung des Menschen von den Sünden im Tod, denn das Wissen um Erlösung widerspräche den fundamentalistischen Prinzipien eines schlichten und demütigen Lebens.
Ein zentraler Begriff, um den amischen Glauben zu beschreiben ist der Begriff der „Gelassenheit“, was zum einen die Unterwerfung des menschlichen Willens unter die Fügung Gottes bedeutet und zum anderen die Voraussetzung zur Aufrechterhaltung einer nach Gottes Gesetz ausgerichteten Gemeinschaft ist. Die Amischen sehen sich also selbst als wahre Gemeinde Gottes, was sie automatisch in ein Spannungsverhältnis mit der übrigen, von Gott abgekommenen Welt bringt.
Daraus ergeben sich die weiteren Glaubensgrundsätze der Gemeinschaft. Konsequent steht dabei immer wieder die Distanzierung von der weltlichen Gesellschaft im Mittelpunkt. Die Amischen praktizieren ihre Distanz zur übrigen Welt durch die Regulierung ihrer sozialen Kontakte, einem speziellen Kleiderkodex, einem eigenen Schulsystem, beschränkten, traditionellen Transport- und Produktionsmitteln, keinen Anschluss an Elektrizität, Einschränkung der Berufswahl sowie Verbot aller modernen Kommunikationsmittel.
Auch das Verhältnis zur Obrigkeit ist durch eine absolute Trennung von Staat und Kirche gekennzeichnet.
Angelehnt an Matthäus Kapitel 5, Vers 39: „Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar“ verweigern die Amischen darüber hinaus nach dem Vorbild Christi jede Art von Gewaltanwendung; sie dienen nicht in der Armee und ziehen nicht vor Gericht. Die in der Bibel thematisierte Feindesliebe verbietet ihnen jede Art von Vergeltung.
Zu diesem Zweck praktizieren die Amischen heute noch den von ihrem Gründervater Amman geforderten Gemeindebann. Der Bann bedeutet nicht nur den Bruch aller kirchlichen, sondern auch aller sozialer und familiären Kontakte, wodurch seine bloße Androhung schon eine große Wirksamkeit bedeutet.

Gemeindeorganisation

Die religiöse Organisation der Gemeinde verfügt über keinerlei überregionalen oder vertikalen Aufbau und ist bewusst einfach gehalten.
Die religiöse Autorität bildet in der Amischen Gesellschaft der Gemeindedistrikt mit seinen Institutionen, der eine geistig autonome Einheit darstellt und in keine weitere Kirchenorganisation eingebettet ist.
Alle Angelegenheiten, die das religiöse oder soziale Leben der Gemeinschaft betreffen, werden in dieser Einheit beschlossen. Entscheidungen werden von den jeweiligen Distrikten in alleiniger Verantwortung getroffen und von jenen Distrikten akzeptiert, die in einer engen Verbundenheit oder Gemeinschaft zueinander stehen.
Voraussetzung für eine solche Verbundenheit ist eine deckungsgleiche Gemeindeordnung. Zweimal im Jahr treffen sich Abgeordnete dieser verbundenen Distrikte und beratschlagen über Gemeindeprobleme, die alle Distrikte gleichermaßen betreffen.
Jedem Gemeindedistrikt stehen vier Gemeindediener vor. Im Idealfall gehören zu ihnen der „völlige Diener“, der Bischof, zwei „Diener zum Buche“, die Minister, sowie der Armendiener, der Deacon. Von diesem Schema wird heute allerdings häufig abgewichen, oft steht ein Bischof mehreren Distrikten gleichermaßen vor.

Gottesdienst

Die weitaus wichtigste Zeremonie in der amischen Gemeinde ist der zweiwöchentlich stattfindende sonntägliche Gottesdienst, die so genannte „Gemeinde“.
Alle amischen Distrikte sind entweder mit den Buchstaben A oder B benannt, welche an Sonntagen abwechselnd ihren Gottesdienst veranstalten. So ist es möglich, an einem Sonntag, wo die eigene Gemeinde keinen Gottesdienst hat, in einem benachbarten Distrikt einen Gottesdienst zu besuchen, wodurch ein regelmäßiger Kontakt auch zwischen den einzelnen Gemeindedistrikten sicher gestellt ist.
Der Gottesdienst findet immer im Wechsel in einem Privathaus statt. Am Sonntag versammeln sich alle getauften Gemeindemitglieder, nur schwerwiegende Gründe wie Krankheit etc. halten Gemeindemitglieder vom Gottesdienst fern.
Der Gottesdienst beginnt gegen 8.30 Uhr und endet gegen die späte Mittagszeit. Im Anschluss nehmen die meisten Gemeindemitglieder noch gemeinsam das Mittagessen ein und lassen den Nachmittag ausklingen, der Gottesdienst erfüllt damit auch eine nicht zu unterschätzende soziale Funktion.

Der amische Siedlungsraum im südöstlichen Pennsylvania

Die amische Minorität lebt jedoch in vielen Fällen nicht isoliert, sondern inmitten der amerikanischen Gesellschaft, was nicht ohne Einfluss auf die Gruppe bleiben kann. So liegt der Kern des amischen Siedlungsgebietes in Pennylvania – die Region Lancaster County - im Einzugsbereich der Atlantischen Megalopolis. Der öst­lichste Rand der County dehnt sich bis auf einen Abstand von 15-20 Meilen zum dicht bevöl­kerten Raum Phila­delphias aus. Bedingt durch diese insgesamt günstige räumliche Ausgangssituation ist der Raum durch einen anhaltendes Bevölke­rungswachstum und einen damit verbundenen fortgesetzten Urbani­sierungsprozeß gekennzeichnet ist.
Aber nicht nur die außer-amische Entwicklung des Raums stellt eine zunehmende Bedrohung der amischen Gesellschaft dar. Auch das religiös bedingte ungebremste amische Bevölkerungswachstum selbst stellt die Gruppe vor Problemen. Im traditionellen Kerngebiet der amischen Siedlungsregion sind hohe amische Haushaltszahlen kennzeichnend. In diesen Regionen befindet sich ein großer Teil der Flächen in amischem Eigentum oder in amischer Landnutzung. In Leacock Township befinden sich nahezu sämtliche landwirtschaftlichen Nutzflächen in amischer Hand; sie können damit in der Regel als unverkäuflich angesehen werden. "Close to the land is close to God", die religiöse Bewertung des Bauerntums innerhalb der Amischen führt zu ausgeprägten räumlichen Phänomenen.
Die Farmlandpreise in dieser dicht bevölkerten amischen Region erreichen seit Jahren die höchsten Preise in Pennsylvania und sind geprägt durch einen hohen Anteil von Käufen und Verkäufen innerhalb der amischen Familien. Dabei wird die durchschnittliche amische Farmgröße immer geringer. Soweit es eben noch wirtschaftlich vertretbar ist, teilt man die vorhandenen Farmflächen, um einer weiteren Familie eine Farmexistenz zu ermöglichen. Farmgrößen von einst 100-400 acres haben sich in diesem Prozess im Durchschnitt bis auf ca.54 acres reduziert. Die Tragfähigkeit der Farmen ist damit nahezu erreicht.
Hinzu kommt, dass die Amischen ausgesprochen familienorientiert oder "clannish" sind wie es einmal ein Mitglied der Gruppe ausdrückte. Der enge familiäre Zusammenhalt und die begrenzte Mobilität lassen sie bevorzugt in der Nachbarschaft ihrer Familie wohnen. Diese Vorliebe führt dazu, dass sich in den schon von Amischen dicht besiedelten Regionen weitere Haushalte niederlassen, die sowohl für ihre Eigenheime als auch für ihre Berufsausübung weiteres Land benötigen. Da die erforderlichen Landflächen teuer und rar sind - an den Erwerb einer Farm ist aufgrund mangelnden Angebotes meist nicht zu denken - bauen die neuen Familien auf kleinen, von Farmgrundstücken abgetrennten Parzellen. Resultat dieser Entwicklung ist die weitere räumliche Verdichtung amischer Wohnstätten in der zentralen amischen Siedlungsregion (M 14). Konnte Emil Meynen 1939 noch von dem "pennsilvanisch deutschen Bauernland" und seiner Raumprägung durch Farmen, "bank barns" und Windrädern sprechen, durchsetzen heute immer stärker amische Einfamilienhäuser das traditionelle Farmland.

Die Entwicklung der Amischen in den USA

Schon bereits im Entstehungsjahr der Amischen siedelten Mennoniten aus den Niederlanden und Norddeutschland nach Nordamerika über. Neben der stetigen Verfolgung und Unterdrückung lösten vor allem Kriege Wanderungswellen aus, die allerdings nicht nur Mennoniten, sondern Mitglieder aller Konfessionen erfassten.Eine der ersten Anzahlmäßig bedeutsamen Emigrationswellen fand zw. 1717 und 1732 statt, als insgesamt 3000 Menschen aus der Pfalz nach Pennsylvania übersiedelten.Der genaue Zeitpunkt, an dem zuerst Amische Siedler nach Amerika übersiedelten ist unklar, erst durch die ab 1727 geführten Passagierlisten der Schiffe lässt dich ihre Einwanderung nachweisen. Die ersten amischen Siedlungen waren sehr klein und in ihrer Existenz stark gefährdet, was vor allem durch angreifende Indianer, anderer missionierende Religionsgruppen und interne Streitigkeiten zurückzuführen ist. Meist bestanden diese ersten Siedlungen aus verwandten Familien, erst später wuchsen sie über familiäre Bindungen hinaus.Die amischen Siedler waren in ihrer neuen Heimat vor allem als Landwirte, in zweite Linie auch als Handwerker und Landarbeiter tätig.Zwischen 1816 und 1860 kam es zu einer zweiten großen Einwanderungswelle, bei der Mennoniten aus Gemeinden aus ganz Deutschland und der Schweiz nach Nordamerika kamen. Sie ließen sich vorwiegend in den Bundesstaaten Ohio, Indiana, Illinois, Iowa und auch im kanadischen Ontario wieder.Für die amischen Mennoniten war das 19. Jahrhundert das einwanderungsstärkste Jahrhundert, in diesem erreichten ungefähr 3000 die neue Welt.Die Auswanderung der Amischen nach Amerika sicherte wahrscheinlich die Überlebungsgrundlage dieser religiösen Minderheit, denn sie fanden dort Bedingungen vor, die für sie von existenzieller Wichtigkeit waren. Denn während die amischen Gemeinden in Deutschland sich nicht halten konnten und von nahe stehenden Religionsgemeinschaften assimiliert wurden, haben sich die amischen Gemeinden in den USA zu homogenen und stabilen Gemeinschaften entwickelt.Dem traditionellen amischen Ursprung sind jedoch nur die Old Order Amish streng verwurzelt geblieben. Andere Amische Gruppen haben sich während des 19. und 20 Jahrhunderts auf Grund von Meinungsverschiedenheiten (vor allem über die Akzeptanz von technischen Neuerungen) abgespalten.So entstanden auch unterschiedliche Amische Gruppen, von denen sich jedoch die meisten im Laufe der Zeit in die Mennonite Church integrierten. Neben den Old Order Amish haben sich nur noch die Peachy Amish Mennonites und die New Order Amish bis heute halten können, allerdings ist ihre Anzahl äußerst gering.Gegen Ende der 90er Jahre hatten die Amischen bereits Siedlungegebiete in über 20 Bundesstaaten der USA. Die größten geschlossenen Siedlungsgebiete befinden sich heute in Adams County/ Ohio, Lancaster County/ Pennsylvania und La Grange County/ Indiana.

Die Entwicklung der Amischen in den USA

Schon bereits im Entstehungsjahr der Amischen siedelten Mennoniten aus den Niederlanden und Norddeutschland nach Nordamerika über. Neben der stetigen Verfolgung und Unterdrückung lösten vor allem Kriege Wanderungswellen aus, die allerdings nicht nur Mennoniten, sondern Mitglieder aller Konfessionen erfassten.Eine der ersten Anzahlmäßig bedeutsamen Emigrationswellen fand zw. 1717 und 1732 statt, als insgesamt 3000 Menschen aus der Pfalz nach Pennsylvania übersiedelten.Der genaue Zeitpunkt, an dem zuerst Amische Siedler nach Amerika übersiedelten ist unklar, erst durch die ab 1727 geführten Passagierlisten der Schiffe lässt dich ihre Einwanderung nachweisen. Die ersten amischen Siedlungen waren sehr klein und in ihrer Existenz stark gefährdet, was vor allem durch angreifende Indianer, anderer missionierende Religionsgruppen und interne Streitigkeiten zurückzuführen ist. Meist bestanden diese ersten Siedlungen aus verwandten Familien, erst später wuchsen sie über familiäre Bindungen hinaus.Die amischen Siedler waren in ihrer neuen Heimat vor allem als Landwirte, in zweite Linie auch als Handwerker und Landarbeiter tätig.Zwischen 1816 und 1860 kam es zu einer zweiten großen Einwanderungswelle, bei der Mennoniten aus Gemeinden aus ganz Deutschland und der Schweiz nach Nordamerika kamen. Sie ließen sich vorwiegend in den Bundesstaaten Ohio, Indiana, Illinois, Iowa und auch im kanadischen Ontario wieder.Für die amischen Mennoniten war das 19. Jahrhundert das einwanderungsstärkste Jahrhundert, in diesem erreichten ungefähr 3000 die neue Welt.Die Auswanderung der Amischen nach Amerika sicherte wahrscheinlich die Überlebungsgrundlage dieser religiösen Minderheit, denn sie fanden dort Bedingungen vor, die für sie von existenzieller Wichtigkeit waren. Denn während die amischen Gemeinden in Deutschland sich nicht halten konnten und von nahe stehenden Religionsgemeinschaften assimiliert wurden, haben sich die amischen Gemeinden in den USA zu homogenen und stabilen Gemeinschaften entwickelt.Dem traditionellen amischen Ursprung sind jedoch nur die Old Order Amish streng verwurzelt geblieben. Andere Amische Gruppen haben sich während des 19. und 20 Jahrhunderts auf Grund von Meinungsverschiedenheiten (vor allem über die Akzeptanz von technischen Neuerungen) abgespalten.So entstanden auch unterschiedliche Amische Gruppen, von denen sich jedoch die meisten im Laufe der Zeit in die Mennonite Church integrierten. Neben den Old Order Amish haben sich nur noch die Peachy Amish Mennonites und die New Order Amish bis heute halten können, allerdings ist ihre Anzahl äußerst gering.Gegen Ende der 90er Jahre hatten die Amischen bereits Siedlungegebiete in über 20 Bundesstaaten der USA. Die größten geschlossenen Siedlungsgebiete befinden sich heute in Adams County/ Ohio, Lancaster County/ Pennsylvania und La Grange County/ Indiana.